Aktionen und Begegnungen

Aktionen und Begegnungen

Die Aktionen und Begegnungen der Jahre 2018, 2019 und 2022 in chronologischer Reihenfolge. Die Fotos stammen von: Reinhard Michl, Sascha Hoffmann, Nina Skripietz Fotografie, Rainer Stück und Wilfried Wicke.


18.03.2018

Ausstellung „Jüdisches Leben“ im Rathaus

23.03.2018    

Stadtrundgang „Mit einem Koffer unterwegs – und Zierenberg war doch ihre Heimat“ 

21.09.2018    

Stadtrundgang „Mit einem Leuchter unterwegs – und Zierenberg war doch ihre Stadt“

08.11.2018

Pogromgedenken: Ein denkwürdiger Tag 

Vormittag und Mittag

Ankunft und Begrüßung der Ehepaare Dorothy und John Sadlik (London) und Susan und Dr. Bernard Olsburgh (Netanya/Israel) am Bahnhof in Zierenberg. Dorothy Sadlik und Susan Olsburgh sind die Töchter von Walter Sharman (Walter Schartenberg). 

Besuch des jüdischen Friedhofs und des ehemaligen Familienhauses Schartenberg (Stolpersteine), Besuch der Elisabeth-Selbert-Schule: ein lebensnaher Geschichtsunterricht zum Holocaust-Gedenken, gemeinsames Mittagessen. 

Nachmittag

Stadtrundgang und Informationen über die Erinnerungskultur in Zierenberg. Festlicher Empfang im Rathaus: Grußworte von Bürgermeister Denn und Pfarrer Rahn, Dankesrede von Frau Sadlik mit Hinweisen auf die notwendige Erinnerungsarbeit zum Holocaust, Gedicht („Itzig“) von Frau Olsburgh - Erinnerung an Besuch in Zierenberg Mitte der 1950ger Jahre, Präsentation von Erinnerungsstücken - u.a. ein Gebetbuch des Großvaters Jakob Schartenberg.

Abend

18.00 Uhr am Standort der ehemaligen Synagoge in der Mittelstraße 41: Gedenken an die Pogromnacht in Zierenberg vor 80 Jahren, Herz und Sinn berührende Ansprachen von Bürgermeister Denn und Pfarrer Rahn, eine bewegende Wiedergabe des 23. Psalms in Hebräisch von Dr. Bernard Olsburgh, Verlesung der Namen der geflüchteten und ermordeten ehemals jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen, das ergreifende Holocaust- Gebet in Hebräisch und Deutsch, gebetet von John und Dorothy Sadlik, israelische Lieder des Posaunenchores und ein Segenswort von Pfarrer Prus.

19.00 Uhr in der Ev. Stadtkirche nach Imbiss in der Turnhalle: Veröffentlichung der Broschüre „Erinnern und Gedenken - Jüdisches Leben bis 1938, Konzert mit Duo CHI-LA-RO, Kassel mit „Vertonungen jüdischer Poeten“ (Komposition und Klavier: Vadim Krischtopow / Gesang und Moderation: Palmyra Klinnert).

Chanukka-Leuchter - das Gastgeschenk der Ehepaare Sadlik und Olsburgh an die Stadt. Die Kerzen des Leuchters werden am „Chanukka-Fest“ (Lichterfest) angezündet. Im Jahr 2018 fiel Chanukka in die erste Woche der Adventszeit. Das Fest erinnert Juden an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels im Jahr 164 vor Christus. 

19.08.2019

Besuch der Familie Josephs aus London

Erinnerungen an die Vorfahren Schartenberg 

In der Elisabeth-Selbert-Schule - Begegnung mit der Klasse G10a - Rede zur bevorstehenden Bat Mitzvah

Stadtrundgang (Lange Straße / Ehrenmal / Burgstraße)

Am Ort der Erinnerung an die 1938 zerstörte Synagoge (Mittelstraße)

Im Rathaus, in der Stadtkirche und Abschied

13.05.2022

Ein Abend zur Kultur des Erinnerns

Die Gedenkveranstaltung im Anschluss an die letzte Stolpersteinverlegung vom 13. Mai 2022 war ein würdiges Ereignis. Eingeladen hatte die AG Erinnerungskultur unter der Leitung ihres Sprechers Pfr. i.R. Wilfried Wicke.

Hier erfolgt nun die Dokumentation der musikalischen und der gesprochenen Beiträge des Abends.

Begrüßung

Air Scandinave

Rückblick

Never Forget

Impulsreferat

Unter einer Wolke

Grußworte

Sketches On Hebrew Themes

Dank und Abschied

Jüdischer Friedhof Zierenberg

Handbücher für Friedhof als Vermächtnis der Verantwortung

Dokumentation jüdischen Lebens der Klasse R9a der ESS mit Stadtmuseum Hofgeismar

Jüdische Friedhöfe waren nicht nur Orte der Trauer für die Hinterbliebenen, es waren auch Zeugnisse jüdischen Lebens. Eine Unversehrtheit der Gräber bedeutete auch Aussicht auf die Auferstehung im jüdischen Glauben.  So auch in Zierenberg, bevor die Ruhestätten während der NS-Zeit geschändet und weitestgehend zerstört wurden. Jetzt haben Schüler der Klasse R9a (und zuvor R8a) gemeinsam mit Julia Drinnenberg und Gabriele Hafermass von der jüdischen Abteilung im Stadtmuseum Hofgeismar die Geschichte des jüdischen Friedhofs in Zierenberg aufgearbeitet und in zwei Begleitbüchern dokumentiert.

„Das ist ein weiterer Baustein der Zierenberger Geschichte“, sagte Zierenbergs Bürgermeister Rüdiger Germeroth. In Zierenberg sei es schon einen Tag vor der Pogromnacht am 9. November 1938 zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden gekommen. Umso wichtiger sei jedes Detail der Aufarbeitung.

Ein Jahr lang haben die Schüler mit Klassenlehrerin Simonie Kettner akribisch alle Informationen zusammengetragen, um die „stummen Zeugen der Vergangenheit zum Sprechen zu bringen“. Dabei haben sie Inschriften mit Hilfe von Dvora Nekrich aus Kassel, der Ehefrau des Rabbiners Shaul Nekrich übersetzt und ergänzt, Steine und Koordinaten vermessen und einen Lageplan erstellt, der dem Handbuch beiliegt und Informationen aus Sterberegistern jüdischer Gemeinden zusammengetragen. „

Die Schüler haben für diese Dokumentation echte Verantwortung übernommen“, sagte Julia Drinnenberg, Pädagogische Leiterin der Abteilung Judaica im Stadtmusem Hofgeismar.  Interessenten können dieses Werk nun mit dem Friedhofsschlüssel im Rathaus abholen und sich selbst ein Bild vom Friedhof machen.  Wilfried Wicke, Sprecher der AG Erinnerungskultur Zierenberg empfahl, das Schriftstück auch ins Englische zu übersetzen. Nach wie vor habe die AG Erinnerungskultur Zierenberg Kontakte zu Verwandten der ehemaligen jüdischen Mitbürger, die sich sehr für die Geschichte in Zierenberg interessieren. Er gab den Schülern mit auf den Weg, sich gegen Hass, Hetze und Antisemitismus zu stellen-

Auf der letzten Seite des ersten Buches sind zum Gedenken an die ermordeten Zierenberger Juden alle Namen aufgeführt. Im zweiten Buch wird der jüdische Friedhof in Zierenberg vor seiner Zerstörung beschrieben.